Willkommen im Jobparadies



Kein Unternehmen von internationalem Rang verläßt sich heute noch ausschließlich auf klassische Rekrutierung, wenn es um neue Mitarbeiter geht. Spitzenkräfte sind umkämpft und haben bereits mehrere Angebote in der Tasche, wenn sie die Uni verlassen. "Job-Marketing" nennen es die Personalverantwortlichen, es geht schon lange nicht mehr nur darum, freie Stellen zu besetzen, sondern langfristig ein gutes Image aufzubauen. Spitzenkandidaten entscheiden nämlich kaum mehr aufgrund der Höhe des angebotenen Gehalts, sondern wollen genau wissen, mit wem sie es zu tun haben. Image, Arbeitsklima, Aufstiegschancen und ähnliches spielen eine wichtige Rolle, eine Herausforderung für die gesamte Unternehmenskommunikation.

Ein beliebtes Mittel, um mit interessanten Kandidaten Kontakt aufzunehmen ist eine enge Zusammenarbeit mit passenden Uni-Instituten. Durch gemeinsame Projekte wie etwa Fallstudien lernt man sich kennen, spätere Angebote nicht ausgeschlossen. Viele Professoren empfehlen ihre besten Studenten auch an "befreundete" Unternehmen weiter.

Spezielle Recruiting-Events sind ein beliebter Marktplatz für Karrierestarts. Große und mittelgroße Unternehmen präsentieren sich im noblen Rahmen eines teuren Hotels und treffen auf interessante Uni-Absolventen, um sich nach ein paar Takten Small-Talk über gemeinsame Möglichkeiten zu unterhalten. An vielen internationalen Spitzen-Unis gehören derartige Events zum fixen Programmpunkt am Studienende, jetzt hat das "Zentrum für Berufsplanung" auch in Wien so ein Event organisiert.

150 frischgebackene WU-Absolventen konnten vergangene Woche im Palais Festetics bei Sekt und Brötchen erste Kontakte knüpfen. 50 Glückliche wurden am nächsten Tag zu einem Jobinterview eingeladen, etwa die Hälfte davon hatte am Abend ein fixes Jobangebot in der Tasche.

zbcp-Leiterin Andra Schulger ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden: "Das Event war ein voller Erfolg, die Unternehmen waren über die Kandidaten begeistert."

Günther Ilserrt, der für Gemini Consulting auf Nachwuchssuche ging, war vor allem von der umfangreichen Praxiserfahrung der Bewerber überrascht: "Ich kann auch an anderen Unis gleich gute Leute finden, nur sind die dort schon viel älter."

Auch Peter Trhuzla, Personalverantwortlicher bei HD Henkel, ist mit der Qualität der Ausbildung zufrieden und hat gleich sechs Kandidaten in die engste Auswahl genommen.

Jenen, die diesmal leer ausgegangen sind, bleiben noch die vielen ähnlichen Events, die für diese Zielgruppe von verschiedenen Anbietern organisiert werden. Zahlreiche Unternehmen veranstalten auch Workshops oder Aufsatzwettbewerbe - etwa zum Thema weddenschappen, um auf sich aufmerksam zu machen. Lauter gute Gelegenheiten, seine Fähigkeiten zu beweisen.


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