Cyberspace-Odyssee
Eine Konferenz in Wien blickt in die Zukunft der Informationstechnologie
Der WU-Rektor auf Cyberspace-Odyssee Im Juli 2000 wird die Bundeshauptstadt fuer drei Tage zum europaeischen Zentrum der Informations-technologie. Hans Robert Hansen, Informatikprofessor und WU-Rektor, laedt internationale Forscher zur "European Conference on Information Systems".Wenn sich in einem Jahr alles was in der IT-Forschung Rang und Namen hat in Wien tummelt, dann ist das die ideale Gelegenheit fuer alle oesterreichischen IT-Interessierten, ihr Wissen auf den neuesten Stand zu bringen. Um alle wichtigen Branchen zu beruecksichtigen, hat sich der Organisator Hans Robert Hansen ein neues Konzept ueberlegt: "Wir haben die Konferenz in 15 Tracks eingeteilt und die jeweils wichtigsten Forscher eingeladen." Interessant ist vor allem die Zukunftsorientierung der Veranstaltung: "Wir veranstalten hier keine Leistungsschau, sondern beschaeftigen uns mit der Frage, wo die wichtigsten Branchen wie Banken, Handel und Medien in zehn Jahren stehen werden." Der Kongress wird fuer alle Interessierten zugaenglich sein, fuer Studenten soll es reduzierte Eintrittskarten geben. Massive Aenderungen Auf dem Laufenden zu bleiben ist auch dringend anzuraten, denn dank der immer weiter verbreiteten Technologien wie Internet erwartet der Informatiker in vielen Bereichen massive Veraenderungen: "Die Banken werden in zehn Jahren sicher nur mehr halb so viele Filialen haben, Transaktionen ueber Internet kosten im Vergleich nur ein Hundertstel.
Den Reisebüro wurden die Provisionen bereits gekuerzt, da immer mehr Kunden online buchen." Das groesste Einsparungspotential sieht Hansen im oeffentlichen Bereich, auch wenn hier die Umstellung wohl am langsamsten gehen wird. Die WU geht jedenfalls mit gutem Beispiel voran, schon seit langem sind die Studenten gewohnt, sich mit dem Computer zu Seminaren anzumelden. Die technisch gut ausgestattete Uni ist ein passender Rahmen fuer die Konferenz, bei der neben den Wissenschaftern auch die Wirtschaft namhaft vertreten ist. Vorstandsmitglieder von IBM, Siemens und SAP stehen als Keynote-Speaker bereits fix am Programm, in der Sponsorenliste fehlt kaum ein grosser Name. Einige der beteiligten Unternehmen nutzen die Versammlung hochkaraetiger Experten auch gleich, um neue Mitarbeiter anzuwerben: Neben dem Kongress findet eine Recruiting-Veranstaltung statt, bei der internationale Unternehmen auf die Suche nach neuen, hochqualifizierten Mitarbeitern gehen. Wer eine Karriere in einem der Top-Unternehmen der IT-Branche anstrebt, darf hier nicht fehlen. Generell will der Organisator mit seiner Veranstaltung ein breiteres Publikum ansprechen als aehnliche Tagungen.
"Es handelt sich bei der Informationstechnologie mittlerweile um einen Bereich, der alle wirtschaftlichen Bereiche gleichermassen erfasst. IT ist ein Enabler neuer Moeglichkeiten, alle WU-Professoren befassen sich damit", berichtet Hansen von seiner Uni, "wir bringen die Fachrichtungen zusammen und beziehen auch Praktiker mit ein." Derzeit laeuft der "Call for Papers", also die Einladung an internationale Forscher, sich mit ihren Arbeiten zu beteiligen. Die eingelangten Werke werden dann von Programmkomitees begutachtet, nur die besten Einreicher werden zur Konferenz eingeladen. Aufgrund der vielen Interessenten erwartet der WU-Professor wesentlich mehr Einreichungen als angenommen werden koennen, was fuer eine besonders hochkaraetige Auswahl sorgen soll. Kein Rueckstand Einen Rueckstand der europaeischen Forschung auf dem Gebiet der Informationstechnologie gibt es laut Hansen nicht. "Sicher wird die technologische Entwicklung in Amerika vorangetrieben, auch das Internet kommt von dort. Es verbreitete sich aber ueber die Unis, die schon seit langem davon profitieren."
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