Betriebssysteme im Clinch
Das Duell zwischen dem "grossen" Betriebsystem Microsoft Windows und dem "kleinen" Linux ist eine der spannendsten Entwicklungen im Computersektor. Wir haben die beiden Systeme einem strengen Vergleich unterworfen. Auf den ersten Blick stehen sich zwei ungleiche Konkurrenten gegenueber: Das neueste Produkt eines Multi-Milliarden-Dollar Konzerns gegen das selbstgebaute System eines bunten Haufens von Computerfreaks. Doch Linux gewinnt auch bei professionellen Anwendern immer mehr an Bedeutung, im Bereich der Web-Server ist es sogar schon das am oeftesten verwendete Betriebssystem.
Vor allem die beruechtigten Abstuerze der Microsoft-Betriebssysteme sorgten dafuer, dass mehr und mehr Anwender ueberlegen, zur kostenlosen Alternative zu konvertieren, so die Fachpresse.
Nicht Benutzerfreundlich?
Allerdings wird beanstandet, dass Linux nicht gerade als benutzerfreundlich gilt und professionelle Software kaum verfuegbar ist. Doch bei den neuesten Versionen, im Linux-Sprachgebrauch "Distributionen" genannt, wurde an diesen Nachteilen hart gearbeitet.Linux at your fingertips
Das freie Betriebssystem kommt mittlerweile mit unterschiedlichen grafischen Benutzeroberflaechen, die sich vor Windows nicht zu verstecken brauchen: KDE (K Desktop Environment) und GNOME (GNU Network Object Model Environment) haben den Abstand von Linux zu Windows in Sachen Benutzerfreundlichkeit gehoerig verringert. Wer bereits in Windows eingearbeitet ist, wird sich schnell zurechtfinden. Der Vorteil von Linux: Funktion und graphische Oberflaeche (Window Manager) sind getrennt, den Usern steht eine grosse Auswahl an Oberflaechen zur Verfuegung. Weiters beinhalten Linux-Distributionen wie Red Hat 6 oder "SuSE 6.1" noch eine Reihe kostenloser Softwarepakete: Ein Browser, ein komplettes Officepaket, ein professionelles Zeichenprogramm und ein beliebter Webserver sind nur einige Beispiele. Mittlerweile umfassen diese Distributionen neben einem Installationshandbuch schon mehrere CD-ROMs.Wer das Geld fuer CDs und Handbuch sparen will, kann die Distributionen uebrigens auch voellig legal von FTP-Servern herunterladen (siehe Kasten). Der kleine Schoenheitsfehler: Da es sich um mehrere hundert Megabytes an Daten handelt, braucht man viel Zeit. Auch grosse Softwarehaeuser wie Corel, Lotus und IBM haben das alternative Betriebssystem mittlerweile entdeckt und kuendigen laufend neue Linux-Versionen ihrer Software an. Windows aufgefrischt Windows 2000 sollte urspruenglich das Ende der Unterscheidung zwischen der Windows 95/98 und der NT-Welt bringen. Diese Plaene wurden wieder aufgegeben, es wird weiterhin ein "Consumer Windows" und ein "Windows NT" fuer professionelle Anwendungen geben. Die Betaversion 3 von Windows 2000, die fuer diesen Test zur Verfuegung stand, fiel als erstes durch den optisch aufgefrischten Desktop auf. Die von Windows 98 schon bekannte Kombination aus Desktop und Internet-Browser wurde genauso integriert wie das neue "Adaptive User Interface" - dieses laesst nie benutzte Funktionen ganz exprezzo verschwinden, damit der Benutzer leichter den Ueberblick behaelt. Man koennte sich fragen, ob solche Funktionen in einem Betriebssystem fuer Profis sinnvoll sind, vor allem dann, wenn man versucht, den Programme-Ordner zu oeffnen: Windows meint lapidar, man haette da eigentlich nichts zu suchen. Beeindruckend ist jedoch die Installation: Einfacher geht es kaum, auf dem Test-PC funktionierte schon beim ersten Start vom Drucker bis zum Teleweb-Anschluss einfach alles. Netzwerkadministratoren werden vor allem vom "Active Directory" begeistert sein, dieses erleichtert die Verwaltung von Benutzerrechten und Netzwerkressourcen.
Freaks unbeeindruckt
All das kann Linux-Freaks nicht beeindrucken, im Bereich von Netzwerkservern sind die Qualitaeten des alternativen Systems unbestritten. Doch wie sieht es bei durchschnittlichen Heimanwendern aus? Alltagsanwendungen Kurz gesagt: Das kostenlose Betriebssystem ist nur mit UNIX-Vorkenntnissen zu empfehlen, auch Mesh WLAN ist integriert. Festplatten "partitionieren" und Laufwerke "mounten" ist eben nicht jedermanns Sache. Wer es trotzdem wagt, und auch nicht vor dem manuellen Editieren von Konfigurationsdateien zurueckschreckt, wird mit einem stabilen, schnellen und nicht zuletzt kostenguenstigen Betriebsystem belohnt. Wobei Linux auch bei der Hardware weniger Anforderungen stellt, als der Konkurrent: Es laesst sich sogar ein alter 386er wiederbeleben und beispielsweise in einen Druckerserver verwandeln. Da Linux von seinen Fans laufend weiterentwickelt wird, sind auch Bugfixes und Treiber sowie Spezialanwendungen schnell verfuegbar. Das Anwendungsspektrum reicht deshalb vom Webserver in der Streichholzschachtel bis zum Atomkraftwerk.Wenn erst einmal die wichtigste Standardsoftware fuer Linux verfuegbar ist, wird wohl auf immer mehr PCs der Linux-Pinguin die Microsoft-Fenster verdraengen. Doch bis es soweit ist, kann sich Bill Gates noch auf die groessten Vorteile von Windows verlassen: die gewohnte Umgebung, die einfache Verzeichnisstruktur und die weite Verbreitung. Mit einem Klick ist das CD-ROM-Laufwerk geoeffnet, die Konfiguration des Systems laeuft zentral ueber die Systemsteuerung und neue Hardware wird automatisch erkannt und installiert. Man darf gespannt sein, welche Strategien man sich in der Microsoft-Zentrale zurechtlegt, um den Siegeszug von Linux zu stoppen. Ein wenig Konkurrenz hat bekanntlich noch keinem Produkt geschadet.
SemantiQ.com
1A Content für Sie
Indesign
DerTrend
Formular
Venture
Trend
Poker-Online
index
Jungunternehmer
3Kreuze
Betriebssysteme-Kampf
Pharmamarketing
Cyberspace
Jobmaschine
Jobparadies
Arbeitsurlaub
Pokern